Die Chaostage neigen sich dem Ende zu

Ich weine ihnen keine einzige Träne nach. 😉

Nach dem letzten Eintrag ging das „Genervtsein“ nämlich noch hübsch weiter.

Am Donnerstag wollten wir mit Javier sein erstes Feuerwerk bestaunen. Tja…dort versagte wohl die Technik und das Ganze war eine Nullnummer. Sehr sehr schade für den kleinen Zwerg.

Am Freitag stellte meine Frau fest, dass wir so kleine Motten in der Küche haben.

Jene welche, die sich weiß der Teufel wo verstecken.

Hitzebedingt kann man ja erst am späten Abend überhaupt etwas ordentliches machen, ergo hat meine Frau die Küche gegen 22 Uhr auf den Kopf gestellt und alles weggehauen, was diesen blöden Teilen hätte Unterschlupf bieten können.

Fündig wurde sie. In Kaffeefiltertüten. Ich meine… WTF?! Wovon ernähren die sich bitte?

Egal. Die Küche ist jetzt mottenfrei und alles wieder schick.

Derweil ging es für mich am Samstag in den Baumarkt.

Und hach…ich liebe Klischees! Echt jetzt.

Denn ja, nur weil einen Rock trägt heißt das nicht, dass man total doof ist.

Anstoß war der Haustürgriff, innen.

Diesen hatte man öfters mal ungewollt in der Hand.

Von zwei Kerlen wurde mir erklärt, dass das NUR am Türgriff liegen könnte, meine Bedenken und Anmerkungen wurde dabei mal dezent ignoriert.

Gut dachte ich mir, ihr habt bis 20 Uhr auf und man wird sich heute sicherlich nochmal wiedersehen.

Also flugs das Ding gekauft, nach Hause, angeschraubt und tada….. das gleiche Ergebnis wieder.

Dann bin ich zurück in den Baumarkt. Bei der Retour war ich noch relativ freundlich.

Als mir aber der gleiche Kerl wieder erklären wollte, dass das am Türgriff liegt und ich OTon:. „Den Stab schon so drehen müsse, dass er auch richtig sitzt und man die Schraube auch fest anziehen solle“, war s vorbei mit meiner Sonnenschein-Mentalität.

In solchen Momenten wachsen mir dann echt Hörnchen.

Ich habe ihm nahegelegt, dass ich die Faxen jetzt dicke habe und das Türschild tausche, denn es läge am Stab (=Rollenwechselstift) und nicht am Türgriff.

Gegrinst hat er und meinte noch, man sähe sich dann zum zweiten Umtausch wieder.

Und…. Trommelwirbel…. Nie wieder wird der mich sehen!

Weil…jaahaa…..es lag am Stab und nicht am Griff und mein Tausch war goldrichtig.

Aber vorher schön für doof gehalten werden…. Da bekomme ich Menschenhasse deluxe.

Und weil die Woche nicht schon seltsam genug war, ging es am Samstagabend in die vorletzte Runde.

Unsere altwürdige und treue Waschmaschine möchte sich von uns trennen.

Nach über 15 Jahren Dienstzeit, wird diese am Montag durch ein junges Modell ersetzt werden müssen.

Der Luxus zieht bei uns ein, ich sag s euch! Denn die neue hat eine Zeitschaltuhr! Muaaah!

Da meine Frau nächste Woche noch Urlaub hat bietet sich der vorgezogene Tausch mehr als gut an. Gerechnet haben wir zwar erst Ende des Jahres damit, aber nun gut.

Es ist wie s ist.

Am Montag dachte ich dann noch so: „Neue Woche, kein Chaos!“

Aber zu früh gefreut.

Beim Global Player erfahren, dass eine Angestellt unser Team verlassen wird.

Schade finde ich es jetzt nicht, denn ihre Arbeitsmoral war naja… zwischen 9 – 10 Uhr vorhanden, aber es heißt jetzt wieder neue Gespräche, wieder neu einlernen, wieder keine Ruhe im Team.

Man sieht also, alles wie immer beim Global Player =D

Die restliche Woche verbringe ich noch mit genau zwei Dingen.

1) die scheiß Sommer Erkältung loswerden

2) den Aufenthalt in der Rhön. Da geht s morgen nämlich hin und dann gucken wir Sternschnuppen

Bis dahin erfreue ich mich am Hundemädchen.

Denn die macht in diesem Sommer das einzig richtige.

Chillen im Wasser:

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Chaosbewältigung ist das halbe Leben, Chaosschaffen die andre Hälfte! – Manfred Hinrich

Hach, die Frau Cassandra hat ein paar skurrile Tage hinter sich.

 

Los ging es am Wochenende, als wir ein Konzert von Ed Sheeran besucht haben (wo ist Orbi? Der würde jetzt beim Lesen schon wieder Pickel bekommen   =D  )

So richtig große Konzerte abwickeln kann und konnte meine Dorfstadt noch nie gut.

Fängt bei den öffentlichen Verkehrsmitteln an und hört beim Einlaß auf.

Sie kriegen es einfach niemals, jemals hin.

Das weiß man im Voraus, darauf stellt man sich ein.

 

Aber an diesem Tag…..huuii…..

Als wir unsere Stehplätze einnehmen wollten, mussten wir tatsächlich die Security holen, weil der ein oder andere Konzertteilnehmer dachte, er hätte „einen Sitzplatz für sich gebucht“.

Richtig gelesen. Da wurde der Stehplatz mit einem Sitzplatz verglichen.

Dass man in einem Gang zweireihig stehen musste, war den anderen Teilnehmern egal.

Diese Art der Diskussionen bringen meine Frau immer sehr schnell sehr arg in Rage und somit war der Konzerteinstieg schon unschön gelaufen.

 

Später, als sich alle beruhigt hatten und jeder seinen verdammten Platz hallte, wollte meine Frau nochmal hoch und raus, um zu Rauchen.

Ewig kam sie nicht wieder. Anrufen ging nicht, weil dieses Stadion einfach alles an Empfang schluckt.

Tja und als sie wieder kam, war die Laune nicht wirklich verbessert worden.

Ob beim Ausgang gab es wohl eine kleine Wespen-Ansammlung und eben diese Ansammlung fand die vielen Konzertbesucher nicht berauschend.

Die Wespen gingen somit auf Angriff und es traf auch meine Frau.

Wäre nicht arg, wenn sie nicht doch zu einer kleinen, feinen Allergie neigen würde.

Das erste, was sie also im Konzert gesehen hat, war das Sanitätszelt von innen.

Die Reaktion blieb – warum auch immer – im Rahmen und sie konnte das Konzert dann doch noch genießen.

 

Gegen Mitternacht kamen wir Zuhause an, um dort die nächste Sch*** vorzufinden.

Direkt in unserer Wohnanlage haben wir einen Stellplatz gemietet. Diesen machen wir frei, wenn wir Gäste haben. So auch dieses Wochenende.

Wir dürfen uns dann immer auf den Parkplatz vom nachbarlichen Kiosk-Besitzer stellen. Sonntagabend oder Montagmorgen fahren wir dann immer weg, so dass er keine Beeinträchtigungen hat. Das kommt ein paar Mal im Jahr vor und ist wie gesagt, auch abgesprochen.

Nun am Sonntagabend war jedenfalls unser Auto weg. So richtig WEG.

Nach einem mitternächtlichen Gespräch mit der Polizei haben wir erfahren, dass wir abgeschleppt worden sind auf Veranlassung einer privaten Person.

Uff! Da war ich doch etwas platt.

Am nächsten Morgen bin ich zu unserem Kiosk-Mann und habe ihn gefragt, ob er böse auf uns ist, er hätte uns nicht abschleppen lassen müssen.

*Trommelwirbel* da fiel der nächste Mensch aus allen Wolken.

Es hat ein bisschen gedauert, bis wir das ganze gelöst bekommen haben.

Raus kam, dass der Kiosk-Mann einen Vertrag mit einer Abschleppfirma hat. Er dachte, dieser Vertrag ginge von Montag bis Samstag und ihm war nicht klar, dass der die ganze Woche Gültigkeit besitzt.

Weiter hat er schlicht und ergreifend vergessen uns zu sagen, dass er einen solchen Vertrag hat.

Diese Firma ist also am Sonntag Kontrolle gefahren und hat unseren Wagen vertragsgemäß mitgenommen.

Dem Kiosk-Mann tat und tut es immer noch unendlich leid. Er hat sich auch sofort daran gemacht, mit dieser Firma eine Kulanz-Lösung zu finden.

Wir waren chancenlos.

Das Auto gab es erst gegen Zahlung von 350 Euro zurück.

Das ist bitter bezahltes Lehrgeld, für das keiner eigentlich etwas kann.

Aber, die Frau Cassandra wäre nicht die streitlustige Frau Cassandra, wenn sie sich im Anschluss nicht etwas eingelesen hätte.

350 Euro sind überzogen und zu viel.

Und ja, jetzt habe ich Spaß daran, dieser Abschlepp-Firma ein bisschen Feuer zu geben und lege es darauf an, dass ich die Hälfte dieses Betrages zurückbekomme.

Man sieht, meine neu gewonnene Freizeit verbringe ich schon wieder mit richtig richtig tollen Dingen……

 

 

//

 

 

Weil der Sonntagabend und der Montag mit vielen Telefonaten bestückt war, habe ich am Dientsag gleich damit weiter gemacht.

 

Montagabend haben wir festgestellt, dass das Kabel-Signal am Fernseher weg ist.

An sich nicht tragisch, weil a) habe ich genügend Bücher zuhause und b) läuft eh meistens Netflix.

Dienstag habe ich mich mit der Mutter Beimer unterhalten und diese berichtete mir, dass im Nachbarhaus ebenfalls kein Signal vorhanden sei.

Tja und weil ich mit der Hausverwaltung eh gerade richtig schön auf Kriegsfuß stehe, dort gleich mal angerufen. (Kriegsfuß deswegen, weil ich es nicht lustig finde, wenn mal schlappe 1.000 Euro Betriebskosten wissentlich falsch abgerechnet werden; dafür ist diese Verwaltung mittlerweile bekannt).

Die Telefondame erklärte mir, dass die Telekom das Leitungssystem umgestellt hätte, es aber dazu Aushänge in den Häusern gäbe.

Musste ich sie leider enttäuschen, solche Aushänge existieren nicht.

Man muss aber sagen, dass diese Frau zumindest einen ersten Tipp hatte und eine Nummer von der Telekom, die weiterhelfen sollten.

So kurz vor deren Feierabend wollte ich nicht mehr lästig fallen und habe das lustige Aufklären des verschwundenen Signals auf nächsten Tag verschoben.

Der geheime Geheimtipp der Hausverwaltung brachte dann beim Testen aber nix. So überhaupt NIX. Also doch ein Telefondate mit der Telekom eingelegt.

Die dortige Dame war mehr als bemüht und mir tat sie echt leid, weil wohl mehr als 1500 Anrufer seit der Umstellung bei denen aufschlagen. Auch diese Dame wiederholte den Tipp und schob dann noch hinterher, dass es helfen könnte, den Fernseher auf Werkseinstellungen zurückzusetzen.

Als letzten Joker gab sie mir die Nummer der Technik-Abteilung, die ich aber zum Glück nicht gebraucht habe.

Was hieran jetzt so besonders ist? (Außer, dass ich der Depp bin, der sich durch Warteschleifen hangelt)

Der Dialog mit der Telekom-Frau wie folgt:

Telekom-Frau: „Sie müssen sich aber beeilen, wenn mein Tipp nicht klappt. Der Support ist nur noch 15 Minuten da.“

Moi: „Nicht schlimm. Dann mache ich das morgen. Fernsehen brauche ich nicht.“

Telekom-Frau: „Sie sind eine der wenigen, die DAMIT jetzt so entspannt ist. Ist das wirklich für Sie in Ordnung? Ich meine, Sie sind dann ja gesamt 2 Tage ohne Fernseher?!“

Moi: „Aber ja doch! Gibt ja noch Bücher und Unterhaltungen. Wirklich, ohne Fernseher überlebe ich locker.“

 

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Im Job hatte ich auch wieder so ein „WTF“-Moment.

Ich habe um die 70 Dokumente ausgedruckt. Vorder- und Rückseite, damit man wenigstens ein bisschen Papier spart.

Kam die Dame an, die es angefordert hat. Sie täte sich da jetzt mit dem Lesen schwer, weil eben kein einseitiger Druck.

Ähm…. okay…. OKAY

Vorder- und Rückseite ist ja schon ne Herausforderung im Leben, gell?

Ich werde einfach weiter lächeln und nicken….

 

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Die restlichen Sachen erspare ich uns jetzt allen an dieser Stelle.

Gesagt sei, dass das Türschloss und ich in nächster Zeit keine Freunde mehr werden.

Eigentlich dachte ich, dass das ein kleines Unterfangen wird.

Pffft. Nichts ist damit. Neubohren werde ich müssen, damit das neue Türschild hält.

Aber nicht bei dieser Hitze.

Das hebe ich mir auf irgendwann auf.

 

Was für eine Woche.

Nur seltsame Sachen.

 

 

 

Tick Tack ….

Der Herr Romeo hat ja schon davon berichtet, wie Tirol und sein Lauf waren.

Jetzt, Tage später, finde ich seine Leistung immer noch krass. Und irre.
ICH wäre ja so nett gewesen und hätte ihm nur die M-Distanz aufgedrückt.

Aber sein Ehrgeiz war und ist ungebrochen. Somit gab es die L für ihn.

Als ich so die Berge Hügel sah wurde mir klar, dass ich mich schon bei der S-Distanz einfach zur nächsten Kuh auf die Weide gelegt hätte und dort liegen geblieben wäre.

Es scheint aber, die Herausforderung kam ihm nicht ungelegen.

Das freut mich auf jeden Fall sehr.

Schön gemütlich fand ich das gemeinsame Abschlussessen mit noch zwei weiteren Läufern in einem ziemlich urigen Lokal und dann den langen Spaziergang um den Barmsee am Sonntag.

Das Wetter hielt die Touri-Massen fern und so war man doch gefühlt ziemlich alleine unterwegs.

Alles in allem ein sehr entspanntes Wochenende. =D

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Innerlich entspannt und losgelöst bin ich die letzten Tage eh.

Beim Global-Player stand ein weiteres Team-Meeting an und ich glaube, mich da doch platziert zu haben.

Neu-Chef: „Sie Frau Cassandra könnten dann ja eine DSGVO Schulung für das Team abhalten, oder?“

DAS habe ich abgelehnt, denn a) will ich meinen Kopf DAFÜR nicht hinhalten und b) für so ein spezielles Thema werde ich dann noch nicht bezahlt. ;-))

Zum Ausgleich habe ich allerdings angeboten, mich um die Schulung zu kümmern, was er dankend angenommen hat.

Neu-Chef: „Frau Cassandra machen Sie das ruhig. Sie können alles gerne über meinen Account rausschicken. Lesen muss ich das nicht mehr, das passt schon so.“

Ah … ja….. Vertrauen? Schizophrenie ? Man weiß es nicht. *hust*

Jedenfalls kam im Zuge dessen noch ein anderes Thema auf.

Die Spanierin durfte etwas nicht bearbeiten und als ich wieder da war, war alles sehr kurzfristig. Neu-Chef hat sich zum einen über den knappen Termin geärgert, zum anderen auf meine Nachfrage nicht reagiert.

Ich habe ihm dann gestern deutlich gemacht, dass das keine Art von Feedback ist. SO kann man nicht arbeiten, weil wir dann – für meine Abwesenheit – keine Lösungssätze anbieten können.

Da hat mich der Neu-Chef mit großen Augen angeguckt und versprochen, dass er an sich arbeiten wird.

Ah … ja….. O_o ….

Ich gehe davon jetzt mal nicht aus, aber nun gut.

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Gestern war es nunmehr soweit.

Die letzte Besprechung als Stellvertretung in der Staffel gehalten.

Mein Ersatz steht – wie zu Erwarten – bereit und ich habe das Gefühl, sie macht sich schon vor Amtsantritt unbeliebt.

Es ist eine Wahl und naja… man sollte niemals schon kundtun, dass man sie eh gewinnen wird…..

Wie auch immer. In einer Woche gebe ich dann noch meine Berechtigungen und Zugänge zurück und dann wird diese Ära erstmal auf Pause gesetzt.

Bleibt abzuwarten, wie es 2019 weiter gehen wird.

Was wirklich wirklich zuckersüß war von der irren Meute war deren Abschiedsgeschenk.

Zum einen gab es eine Konzertkarte für George Ezra und anderen ein kleines Fotoalbum. Dort drin von jedem kleine, feine Abschiedsworte und das dazugehörige Foto. Ja doch, da wurde es kurz eng in meinem Hals.

Schon krass, wenn man überlegt, was so die letzten 5 Jahre passiert ist.

Knapp 350 Stunden im Ehrenamt pro Jahr.

Knapp 30 Einsätze pro Jahr.

Viele Hunde und deren Besitzer wachsen sehen.

Den ein oder anderen Hund auch altern sehen.

Zugänge und Abgänge innerhalb der Staffel.

Positioniert im Trägerverein.

Viele Neuerungen voran gebracht.

Ja, es war eine aufregende und vor allem lehrreiche Zeit.

Darum bin ich mehr als dankbar.

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Gestern bzw. heute Morgen dann noch eine Nachricht erhalten, die mich nicht wirklich verwundert.

Das Vatertier hat wohl eine Ammoniak-Vergiftung.

Ob und vor allem inwieweit das stimmt, weiß man wohl erst in zwei Wochen.

Das Böse stirbt ja bekanntlich nie, von daher gehe ich davon aus, dass er auch das wieder überleben wird…..

Mein erster Gedanke war jedenfalls: „Ach Fuck, wenn er es doch nicht packt, kann ich mich in nächster Zeit auch noch um einen Notartermin kümmern, damit ich das „Erbe“ loswerde.“

Jetzt überlege ich, ob ich mich bei dem Muttertier melden soll, um die Basis mal abzuklopfen.

Ich weiß ja schon lange, dass man diesen Kelch nicht einfach ignorieren kann.

Auch weiß ich, dass – sofern es diese Vergiftung bei ihm gibt – er sicherlich viele viele Gründe dafür finden wird und nicht die, die am logischsten ist.

Ich sehe schon wieder unzählige Ausreden, Monologe und Diskussionen vor mir.

Selbst hoffe ich nur, dass das Karma endlich mal zurückschlägt

Auch hier gilt: wir werden sehen.

Wenn selbst Kuchen nicht mehr hilft …

Das wird mal wieder ein richtiger Arbeits-Auskotz-Eintrag.

Seit gestern denke ich darüber nach, ob Alenka nicht doch Recht hat mit ihrem „Büro ist Krieg“.

 

Noch immer sitze ich hier und bin mir nicht sicher, wie ich das Gespräch gestern finden soll.

Aber mal von vorne.

 

Letzten Freitag fing es an, beim Global Player zu brodeln.

Zum einen deswegen, weil eine Sache durch mehrere Hände ging und deswegen Fehler auftraten, zum anderen, weil wohl etwas liegen geblieben ist.

Ersteres betrifft auch mich.

Ich habe eine Liste angefangen und meine Neu-Kollegin (ich nenne sie hier jetzt „die Spanierin“) gebeten, den Rest zu ergänzen. Schon bei der Eingabe ist mir wohl ein Fehler unterlaufen und sie hat dann im Nachgang nicht alles ergänzt.

Mein Fehler, voll und ganz. Weil a) der Anfang schon falsch war (kann man begründen, wenn man den Hintergrund kennt) und b) ich nicht nachkontrolliert habe.

 

Die zweite Aktion betrifft mich nicht. Da ging es um ein Schreiben, dass der Neu-Chef kommentarlos hingelegt hat, welches die Spanierin am Freitag verschicken sollte.

Jetzt war am Freitag nicht nur Firmenausflug, sondern am Morgen auch extrem viel los.

Ich kontrolliere den Schreibtisch der Spanierin nicht und habe somit auch nicht gesehen, dass sie dieses Schreiben nicht verschickt hat.

Neu-Chef nicht begeistert. Wenn man es aber genauer betrachtet, hätte er auch einen Ton vorab dazu geben können und mega wichtig war das Schreiben auch nicht. Aber auch das ist eine andere Kiste.

 

Jedenfalls ging am Montagmorgen eine unschöne Email ein. Jetzt mischte plötzlich das ganze Team mit. Die Mama-Kollegin schrieb wohl im Chef-Namen und das nicht sehr freundlich.

Davon habe ich NICHTS mitbekommen. Weil ich am Montag erst immer am späten Nachmittag im Büro aufschlage.

Nochmal hoch ging das Ganze, als ich in der Büro-Whatsapp-Gruppe gefragt habe, ich etwas mitbringen soll vom Bäcker, wenn ich nachher komme. Diese Gruppe besteht nur aus der Mama-Kollegin, der Spanierin und mir.

Klingt harmlos. Wäre es auch gewesen, hätte die Spanierin nicht just auf diese Frage hin ihren Frust über die Chefs abgelassen.

Frei nach dem Motto: „JA! Ich bin so sauer. Ich brauche Nervennahrung. Die und die haben mich eben total dumm angemacht via Email. Das muss du dir nachher geben!“

Nach zwei Sätzen habe ich die Spanierin aus dieser Gruppe in ein privates Gespräch gezogen, weil mir der Inhalt zu hart vorkam. War auch gut so, weil nämlich die Spanierin dachte, sie hätte schon die ganze Zeit privat mit mir geschrieben. Fluch und Segen solcher Gruppen eben….

 

Diesen Verlauf hat die Mama-Kollegin genommen und ist damit wohl zur Kollegin vom Neu-Chef gelatscht. Diese beiden Damen sind untereinander wohl befreundet, so genau weiß das aber niemand.

Und ja, das finde ich sehr sehr unkollegial. Würde ich nie machen.

Tja und dann kam der Dienstag (bin ich nicht im Büro) und die Spanierin musste bei der Kollegin des Neu-Chefs antanzen. Da wurde dann alles besprochen. Wer, wie und wo was verbockt hat.

Dieses Gespräch zwischen den beiden trug nicht dazu bei, die Situation zu entschärfen. Im Gegenteil.

Vor allem, weil da der Satz fiel: „Seit einigen Wochen herrsche ja das totale Chaos im Büro. Die Mama-Kollegin müsse ja alles nachkontrollieren.“

 

Man kann sich vorstellen, die dunkle Wolke über dem Büro wurde noch dunkler und so kommen wir zu Mittwoch, wo ich immer im GP-Büro bin.

Kaum da, ging der Neu-Chef nach vorne und wollte um des lieben Friedens willen eine Team-Besprechung.

Seit dem kocht die Spanierin noch mehr und ich kann s irgendwo verstehen, wäre es mir nicht so scheißegal geworden zwischenzeitlich.

Klar will niemand Fehler machen, aber zu behaupten, dass solche unterlaufen, weil wir zu wenig zu tun haben, ist einfach falsch.

Auch kam der Satz: „Frau Cassandra, Sie sind ja jetzt schon 1,5 Jahre im Büro. Sie wissen ja wie s läuft.“

Die Augen wurden groß, als ich das mal richtig gestellt habe: „Ich bin noch nicht mal ein Jahr hier und die Spanierin knapp 3 Monate. Wir haben nicht das Wissen und das Feeling der Mama-Kollegin, welche dort schon 10 Jahre ist!“

Da sprang mir kurz der Neu-Chef zur Seite: „Ich muss mich da ja selbst ändern. Wenn ich was schnell brauche, gehe ich immer zur Mama-Kollegin. Weil sie ja weiß, was ich will. Da muss ich nicht viel erklären oder so.“

Meine Wenigkeit: „Und wie sollen wir das dann jemals lernen?“

 

Das ging dann noch eine Weile so hin und her. Viele viele Sachen, die mich nur zum Kopfschütteln gebracht haben.

Vor allem die Erwartung, dass wir als Aufgabengebiet das Postfach des Neu-Chefs mitlesen und uns daraus quasi selbst die Arbeitsanweisungen ziehen.

Jetzt muss man wissen, dass er locker am Tag um die 100 Emails bekommt und verschickt. Manche wichtig, manche total unwichtig. Alle meistens mit einem ewig langen Verlauf hinten dran.

Tja und wir sollen fischen und aus wenigen Angaben uns alles selbst erklären.

Die Mama-Kollegin hat sich da rausgezogen, weil sie in Teilzeit ja eh keinen Blick mehr auf das Postfach hat.

Btw. die Mama-Kollegin ließ nebenbei noch fallen, dass sie ja immer über ihre 6 Stunden arbeitet. hmh….klar…deswegen hockt sie am Morgen auch am PC und macht ihre privaten Bestellungen oder ist ab 14 Uhr nicht mehr im Büro wenn ich frage, ob ich was vom Bäcker mitbringen soll. Dann kommt als Antwort: „Du nee…danke…bin schon daheim.“ (bei einer Fahrzeit von 45 Minuten….)

On top haben wir nicht nur sein Postfach, sondern unsere eigenen und ein gemeinsames Büro-Postfach.

Heißt, man darf sich am Tag hübsch um DREI ständig aufploppende Email-Postfächer kümmern.

Hinzu kommt natürlich noch das normale Tagesgeschäft wie Anrufe, Kunden, Sacheingänge, etc.

Und mein Zuckerl von alle dem ist, dass der Neu-Chef nicht nur viel über Email macht, sondern auch über das Telefon. Und genau da hört es dann auf. Da steigt man nicht mehr durch.

Beispiel: ich ziehe mir einen Termin mit Ort und Zeit aus seinem Email und er macht über WhatsApp aber einen anderen Treffpunkt aus und sagt keinen Ton.

Nur den Fehler habe dann trotzdem ICH gemacht, weil ich ja schließlich vorm Termin nicht mehr nachgefragt habe, ob die Örtlichkeit stimmt.

 

Versteht man, wo was ich meine und wo mein Problem liegt?

Ich wusste, dass der Mann ein einziges Chaos ist und er auch immer sagt, er will Struktur.

Nur WENN ich versuche, ihn in die Bahn zu bekommen kann ich mir ein :“Ach Frau Cassandra…. Meine Frau versucht auch immer, mich zu ändern. Ich bin ein hoffnungsloser Fall seit über 20 Jahren.“

 

Gleiches gilt für das interne System. Das wäre so einfach zu handhaben.

Da würde es nicht passieren, dass Zeiteinträge verschwinden oder Dokumente überschrieben werden, ABER den Chefs ist das zu kompliziert. Sie weigern sich mit diesem System zu arbeiten.

 

WAS als zur Hölle soll man da noch machen?

Sie alle wollen Struktur (mein Unwort 2018 btw.) und einheitliche Abläufe, aber niemand hält sich daran.

Innerlich hoffe ich, dass der Laden einfach implodiert. Vielleicht würde das etwas ändern.

Weil das Gespräch gestern zwar an keiner Stelle lobend war, aber ein „Wir sind ein Team. Wir brauchen Sie doch alle“ war.

Klar. Denn die Leute laufen euch permanent weg und selbst über die gute Bezahlung könnte ihr sie nicht auf Dauer halten.

 

Ein weiteres Kopfschüttel-Erlebnis gab es auch noch.

Derzeit weilt eine Praktikantin bei uns. Sie müsste so um die 23 – 24 Jahre alt sein. Da ich sie nicht kannte, habe ich das Mädel gesiezt.

Für mich ist das jetzt selbstverständlich, auch eine Praktikantin überall miteinzubeziehen wie z.B. Essen gehen;  wenn ich Sachen holen gehe ihr was mitbringen, etc.

Irgendwann musste ich Papier holen und sie sprang auf und meinte, sie könne das ruhig machen, sie sei schließlich die Praktikantin.

Und dann legte sie nach….. wir seien eh so lieb zu ihr, würden sie für voll nehmen (das Siezen) und sie total miteinbinden (habe ihr eine Email Signatur eingerichtet) und haben sie so schön aufgenommen (Mittagessen gehen).

Da habe ich erneut mit großen Augen in die Welt geguckt. Weil all das für mich sich so gehört.

Ihre Erzählungen machten mir später dann deutlich, dass das wohl eine aussterbende Ansicht ist und sie das so nicht überall beim Global Player erlebt.

Da wusste ich dann auch wieder, woran man beim GP so ist…..

 

 

Wie man s auch dreht, ich habe das Gespräch gestern innerlich ziemlich emotionslos gesehen. Gerne würde ich sagen, dass es mir am Arsch vorbeigeht, aber das stimmt nur zu 90 %.

Schade ist, dass es die Spanierin so persönlich nimmt. Da tut sie mir einfach leid.

 

Der nächste Part, warum es nicht ganz so Arschlecken 3,50 ist, rührt daher, dass ich ja ab Oktober eine selbstfinanzierte Weiterbildung fahre. Das kostet Geld und geht halt leider bis Mai 2019.

Ich denke, dass meine Alt-Chefs im April 2019 noch mehr zurückfahren, dann läuft hier nämlich der Mietvertrag aus. Ergo müsste ich jetzt nur noch ein bisschen beim GP durchhalten…..

 

Tja und heute Morgen kam der nächste Punkt dazu.

Meine Frau will und muss sich auch beruflich verändern. Das war Mitte 2017 schon mal im Raum gestanden und jetzt eben wieder.

Mein ganzes Planungs-Konstrukt beruht ja darauf, dass sie zweimal die Woche Home-Office macht und somit die Betreuung des Hundemädchens abgedeckt ist.

Wenn sie sich jetzt so beruflich verändert, wie gedacht, könnte dieses Konstrukt arg wackeln.

Weil sie dann öfters Kundentermine hätte und noch mehr reisen würde.

Keine Frage, soll sie machen.

Mich heißt es halt nur dann, gefühlt erneut den Kürzeren zu ziehen auf irgendeine Art und Weise.

Abwarten. Noch ist nichts spruchreif.

Nur den Druck nimmt es mir halt so überhaupt nicht.

Der Sommer, der vergeht, ist wie ein Freund, der uns Lebewohl sagt – Victor Marie Hugo

Die Kraftlosigkeit hält mich immer noch gefangen.

Bescheuert, sich von Urlaub zu Urlaub zu hangeln.

Aber etwas anderes bleibt mir gerade nicht übrig.

Mir fehlt der Antrieb in so vielen Dingen. Vor allem, wenn es Dinge sind, die sich unnötig ziehen und zäh sind.

Zum einen im Job. Kollegenverhalten ist da echt was anderes. Fehler des anderen werden quasi als Siegerorden an die eigne Brust gepinnt. In dem Fall betrifft es mich nur am Rande, habe aber den Verlauf im Nachhinein mitbekommen und kann nur noch den Kopf schütteln.

Ich hoffe, morgen sind alle sogenannten „Team Mitglieder“ für ein gemeinsames Gespräch bereit. Aber klar ist schon jetzt, ändern wird sich nichts.

In diesem Zusammenhang bezeichnend eine Aussage einer entfernten Kollegin am Freitag: „Ach Cassandra, ich freue mich immer so, wenn du im Büro bist. Du bist freundlich und für mich immer so ein kleiner Sonnenschein!“

Ich kann mir also auf die Schulter klopfen, man sieht mir meinen Firmen / Menschenhass also nicht an…..

Jedenfalls bleibt es dort schwammig und unschön wie eh und je. Mal sehen, ob die neue Kollegin bleibt oder nach drei Monaten das Handtuch wirft.

Weiterhin mit einem Kopfschütteln stehe ich da, was den Trägerverein und meine Staffel angeht.

Im Verein geht gefühlt mal wieder nichts voran. Die ganz einfachsten Dinge hängen und ziehen sich über Monate hinweg. Ich würde es so gerne nach oben eskalieren lassen, ehrlich. Allerdings weiß ich, dass das nichts bringt.

In der Staffel selbst muss wohl erst noch ankommen, dass ich in zwei Wochen weg bin. Da wird man in Planungen mit einbezogen, da werden Termine abgefragt und wenn ich dann sage, dass mich das nicht mehr betrifft, wird mein Gegenüber still.

Nur ist es so halt nun mal. In zwei Wochen fällt der Vorhang. Punkt.

Tja und Vorhang….Vorhang ist eigentlich ein gutes Stichwort.

Am Samstag war es eine schöne sonnige Übung.

Mit der Teuersten stand ich im Wald und wir haben uns von Senior-Besitzerin zur Senior-Besitzerin ausgetauscht.

Entspannt blickten wir da auf unsere Vierbeiner. Waren glücklich, wie beschwingt sie durch den Wald toben.

Am Sonntagmorgen musste ich früh die Flucht aus dem Schlafzimmer antreten. Das Hundemädchen hatte Flausen im Kopf und ließ mich nicht schlafen.

Begeistert leckte sie an meinem Ellbogen, damit ich mich ja bewege. Und wer diesen Vierbeiner nicht kennt, ich schwöre, bei solchen Aktionen hat sie immer ein fettes und freches Grinsen im Gesicht.

Wie auch immer. An diesem Morgen habe ich die Flucht ins Gästezimmer angetreten und prompt klingelte dann mein Telefon.

Die Teuerste teilte mit, dass sie mit ihrem Senior in die Klinik musste, weil ein Tumor am Herzen wohl aufging. Am Nachmittag durfte dieser große, unerschütterliche Hund dann seine letzte Reise antreten. Keine 24 Stunden nach dem letzten Rennen im Wald.

Ja….ja, in solchen Momenten steht die Zeit still.

Solche Situationen bringen mich selbst immer sehr nah ans Tränenreich. Weil ich weiß, dass alles endlich ist und auch ich irgendwann eine solche Entscheidung erneut treffen muss.

An dieser Stelle sei gesagt, du starrköpfiger Indianer wirst unvergessen bleiben. Durch und durch ein Held auf vier Pfoten und für mich immer einer der großen, prägenden Drei.

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Außer Staffel und vielen Tränen gab es am Wochenende noch eine schöne Einlage mit der Lästerschwester.

Wir haben einen weiteren Punkt auf der imaginären Bucketlist des Schokobären erledigt.

Selbst aufgebohrt wurde ein Straußen-Ei. Tada!

Knapp 8 Menschen wurden davon satt. Schon heftig, oder?

Ach ja….am Freitag fand noch der Sommerfirmenausflug statt.

War okay. Essen, Trinken, Anwesenheit zeigen und gut war s für mich.

Tatsächlich schön waren aber die 30 Minuten am Wasser in der Sonne.

Sitzenbleiben hätte ich wollen….

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Tegan & Sara

Closer

All I want to get is, a little bit closer
All I want to know is, can you come a little closer?

Here comes the breath before we get, a little bit closer
Here comes the rush before we touch, come a little closer

The doors are open, the wind is really blowing
The night sky is changing overhead

It’s not just all physical
I’m the type who won’t get oh so critical
So let’s make things physical
I won’t treat you like you’re oh so typical
I won’t treat you like you’re oh so typical

All you think of lately is getting underneath me
All I dream of lately is how to get you underneath me

Here comes the heat before we meet, a little bit closer
Here comes the spark before the dark, come a little closer

The lights are off and the sun is finally setting
The night sky is changing overhead
It’s not just all physical
I’m the type who won’t get oh so critical
So let’s make things physical
I won’t treat you like you’re oh so typical
I want you close, I want you
I won’t treat you like you’re typical
I want you close, I want you
I won’t treat you like you’re typical

Here come the dreams of you and me
Here come the dreams
Here come the dreams of you and me
Here come the dreams

It’s not just all physical
I’m the type who won’t get oh so critical
So let’s make things physical
I won’t treat you like you’re oh so typical
I want you close, I want you
I won’t treat you like you’re typical
I want you close, I want you
I won’t treat you like you’re typical
I won’t treat you like you’re typical
I won’t treat you like you’re typical

All I want to get is, a little bit closer
All I want to know is, can you come a little closer?

Außenwahrnehmung

Die Tage nach dem Urlaub waren extrem stressig.

So arg, dass ich das Gefühl habe, die Erholung ist drei Tage später schon wieder weg.

Ich merke das vor allem an meinem Schlafbedürfnis. Gerne früh ins Bett gehen und viel schlafen.

Das ärgert mich einerseits, weil ich gefühlt den Sommer (so wie ein Herr Romeo) nicht genießen kann.

Andererseits kann ich mich halt einfach auch nicht mehr aufraffen.

 

Der TTler meinte vor ein paar Tagen, dass meine Zeit ja immer getaktet sei. So nimmt er mich wahr. Immer ausgebucht, immer beschäftigt, nie im Stillstand.

Das mag so wirken und oft auch so sein, ABER es gibt auch sehr ruhige Phasen. UND die Taktung gebe nicht immer ich vor.

Diese Wahrnehmung habe zumindest ich.

Auch ein Teil der Wahrnehmung ist, dass es nicht immer stressig für mich ist und ich mich oft frage, ob andere nicht auch so beschäftigt sind.

Jeder hat doch Termine und Verpflichtungen oder Hobbys oder nicht?

Das Gespräch um meine Zeit und mein Besuch in der alten Heimat lassen mich seit dem ein bisschen über das Thema Wahrnehmung an sich nachdenken.

 

Immer, wenn ich in den alten Gefilden bin, komme ich etwas krawallig zurück.

Weil ich so vieles nicht verstehe. Weil so vieles nicht meiner Wahrnehmung entspricht.

 

Eine der Damen vom Lande sprang an diesem Wochenende ziemlich krass in meinen Fokus.

Sie arbeitet locker 60 Stunden in ihrem Job, tendenziell mehr.

Bei extrem mieser Bezahlung.

Zum Hausbau reichte die freie Zeit, für eine Beziehung nicht. Zumindest ist die letzte daran gescheitert.

Überstunden werden „mal“ abgegolten – im Grundton nicht, aber „mei… jemand muss ja die Arbeit machen…“

Einen Arbeitsvertrag nach ihrer Lehre hat sie nie eingefordert.

Sie schläft schlecht und ihr Körper streikt schon ziemlich.

Die Zähne schon vom Knirschen im Reparaturmodus.

Ich frage sie, wann sie mit einem Burn Out rechnet und es nicht sinnvoll wäre, den Job zu wechseln.

„Ich mag keine Veränderungen…..“, sagt sie.

Ich schicke ihr dennoch Job-Angebote ohne Verluste, dafür mit Gewinn.

„Mh. Du hast ja Recht. Aber ich will noch mein 20 jähriges Firmen Jubiläum voll machen. Dann suche ich mir was Neues“, kommt von ihr zurück.

 

Ich lese den Verlauf mit ihr mehrfach. Und schlussendlich denk ich mir: „WOFÜR?“

Wofür bleibt sie in diesem beschissenen Job und wofür mache ich mir überhaupt die Mühe, ja öffne überhaupt die Nachricht von ihr?

Bleibe in deiner Blase; in deinem Unglück.

 

Hat sie also die Wahrnehmung, dass es normal ist, so im Job draufzugehen? Dass es okay ist?

 

Was Wahrnehmungen angeht, habe ich noch ein paar Sachen.

Die kleinste der Schwestern hatte ein Date vor ein paar Tagen. Kurz erzählte sie, wie der Abend so lief. Ich war angetan. Bis ein Satz von ihr kam: „Ich habe gekocht, damit er gleich weiß, dass ich das kann.“

Sind das Attribute die man braucht, um seinen künftigen Partner zu beeindrucken? Braucht es so etwas, um sich beim Gegenüber attraktiv zu machen und das Klischee zu erfüllen?

 

Die nächste war die große Doppel-Mama: „Mein Mann hat mir versprochen, dass wir in den Urlaub fahren. Er hat schon ein paar Ferienwohnungen rausgesucht und war entsetzt, dass ich das abgelehnt habe. Weil ich nicht jeden Tag in der Küche stehen und mich um die Kinder kümmern will. Dann kann ich auch zuhause bleiben und muss nicht wegfahren.“

Und ja, ihr Mann ist tatsächlich davon ausgegangen, dass sie das macht. Nicht mal darüber nachgedacht hat er, dass Urlaub auch wirklich Urlaub bedeuten soll.

Zwei völlig unterschiedliche Wahrnehmungen treffen hier aufeinander.

 

Solche Gesprächsinhalte hatte ich an diesem Tag viele.

Bei jedem dieser Sätze wurde mir bewusst, wie froh ich bin, nicht in diesem Korsett zu stecken.

Denn dort…..denn so….wäre ich schon vor langer Zeit erstickt.