Ähm… okay

Eben auf den Terminkalender gelinst.

Die nächsten Wochen sind voll.

Uff.

Aber der Frühling ist da. Ich habe auch die ersten Beweisfotos…

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374 Tage verbringen wir mit warten

Warten auf unterschiedliche Dinge.

Warten, dass der Wasserkocher kocht.

Warten, dass die Ubahn kommt.

Warten, dass man an der Kasse bezahlen kann.

Warten klingt immer danach, dass man das Gefühl hat, man würde Zeit verschwenden. Ressourcen nicht richtig nutzen.

Warten darauf, dass sich Situation ändern. Die Gegebenheiten sich verschieben.

Ob ich oft unnütz warte?

Manchmal.

Aktuell hilft es mir zu akzeptieren, dass ich warte, ja warten muss.

Ich finde mich quasi damit ab.

Fällt schwer, aber notwendig.

 

Geholfen hat es schon im Arbeitsbereich. Der Neu-Chef hat die neue Entscheidung verkündet.

Die Burn-out Kollegin muss bis Mitte April gehen. Die neue Kollegin kommt nächste Woche, weil O Ton in meine Richtung: „Sie ja noch nicht aufstocken wollen“.

Die Burn-out Kollegin sucht zwar schon ein paar Wochen, hat aber noch nichts neues. So zumindest die Gerüchteküche.

Heißt, er wird sie freistellen. Etwas, was bei ihm direkt so noch nie vorkam.

Bin ich erleichtert? Ja. Punkt.

Auf die Neue bin ich gespannt, aber seine Entscheidung zeigt mir, dass ich in meiner Wahrnehmung nicht ganz falsch lag und das beruhigt mich sehr.

Dass nicht ich diejenige bin, die umsonst gewartet hat.

 

Ansonsten finde ich das Warten an sich meistens gar nicht schlimm.

Weil es entweder Situatonen sind, ich ich direkt nicht verändern kann.

Oder eben Situationen, die ich vielleicht auch gar nicht verändern will.

Und wenn man wartet, lohnt es sich zu beobachten. Sich selbst und andere.

 

„Es ist schwer, das Glück in uns zu finden, und es ist ganz unmöglich, es anderswo zu finden.“ – Nicolas Chamfort

Das lange Osterwochenende verlief anders als geplant.

Gerne hätte ich mir die Auszeit genommen, über mein eigenes Unglücklichsein nachzudenken. Mich selbst wieder in die Bahn zu bringen.

Schon am Gründonnerstag war irgendwie klar, dass das ein Wochenende der anderen Art werden würde. Weil schon am Donnerstag die Menschen um mich herum unbekannterweise völlig strange, aber unterhaltsam waren.

 

Derweil der Freitag und der Samstag mit unwichtigem Kram draufgingen, sollte der Sonntag die eigentliche Entspannungsphase einläuten.

Während meine Frau sich die Haare föhnt und ich noch unter der Dusche stehe, klingelt das Telefon Sturm.

Die Lästerschwester, die eh in zwei Stunden kommen wollte, ist dran. Vorab war schon klar, dass es wichtig ist. Weil sie wirklich nur Terror-Anrufe macht, wenn irgendetwas brennt.

So irgendwie auch diesmal.

 

Die Bitte, die sie an mich hat, ist klein.

Ob sie mit einem Kind aus ihrer Einrichtung für eine halbe Stunde vorbeikommen darf. Das kleine Mädchen mag Hunde und heute, am Ostersonntag, täte ihr ein Vierbeiner ganz gut.

Das „kleine“ Mädchen ist 12, fast 13 Jahre alt. Vollwaise und hat in ihren jungen Jahren mehr überstanden, als ich es mir je vorstellen will.

Die Kleine erinnert mich an ein Reh und irgendwie passt das auch gut zu ihr. Rehauge.

Scheu. Neugierig. Verschreckt. Schüchtern.

Sie schüttelt mir zur Begrüßung die Hand, kann mir kaum in die Augen sehen. Derweil ist mein Hundemädchen so, wie sie immer ist. Sie liest Menschen binnen Sekunden hervorragend.

Ruhig und gelassen lehnt sie sich an das Bein des kleinen Mädchens, lässt sich streicheln und genießt die Sonne auf ihrem Pelz.

„Darf ich Ihren Hund später auch mal an der Leine führen?“, fragt mich das kleine Mädchen leise.

„Hier, nimm. Und keine Sorge, duzen kannst du mich ruhig“, ohne abzuwarten drücke ich ihr die Leine in die Hand und sehe die Überraschung in ihrem Gesicht.

„In der Einrichtung siezen uns die Kinder immer..“, der böse Blick der Lästerschwester gilt mir.

„Jetzt sind wir aber in keiner Einrichtung. Jetzt gehen wir eine kleine Runde im Park“, antworte ich ihr und weiß, am liebsten würde sie mir dafür gegen das Schienbein treten.

Das Hundemädchen wackelt brav neben ihr her und das kleine Mädchen entspannt mit jedem Schritt.

Sie fragt mir Löcher in den Bauch. Wirft glücklich das Spielzeug des Hundemädchens. 30 Minuten toben die zwei durch den Park. Ich leite wenig an, warum auch? Die zwei haben eine Verbindung und das Hundemädchen …hach ja….auf sie war schon immer Verlass.

 

Zum Abschluss bringe ich die zwei noch zur Bushaltestelle.

„Kann ich dich noch was fragen? Deine Schwester hat erzählt, du hast den Hund aus dem Tierschutz? Was heißt das?“, diesmal blickt sie mir fest in die Augen, als sie die Frage stellt.

„Das Hundemädchen ist ein Hund, den keiner haben wollte. Manchmal passiert das. Da unterschätzt man die Zeit und den Aufwand, den so ein Lebewesen braucht und dann gibt man es weg. Die Lästerschwester und ich bzw. meine Familie hatten aber schon immer Tiere, die keiner haben wollte. Weil ich finde, dass jeder eine zweite Chance verdient hat. Auch, wenn man im ersten Anlauf vielleicht nicht genug geliebt wurde“, eine bessere Erklärung fällt mir auf ihre Fragen nicht ein.

Zur Verabschiedung umarmt sie das Hundemädchen mehrfach, drückt ihr viele Küsse in das schwarze Fell und als die beiden im Bus stehen, wird uns wild zugewunken.

 

Zwei Stunden später sitzt die Lästerschwester bei uns am Tisch zum Osterbrunch. Das Hundemädchen liegt schnarchend in ihrem Körbchen, derweil ich den Erklärungen lausche.

Das kleine Rehauge hat mit angesehen, wie ihre Eltern im Krieg starben.

Hat einen Suizidversuch hinter sich, ihre Medikamente wurden vor dem langen Osterwochenende abgesetzt und in der Einrichtung sei man a) personell unterbesetzt und b) gar nicht auf solche Fälle eingestellt, da nur Übergangslösung.

An diesem Sonntag sei es schwer mit dem kleinen Rehauge gewesen. Alleine dürfe sie nirgends hin (ärztliche Auflage) und wenn überhaupt, wollte sie nur zu ihrem 18-jährigen Freund am anderen Ende der Stadt, was die Einrichtung aber verständlicherweise untersagt.

Bei der restlichen Verwandtschaft würde sie zur Pflege der behinderten Großcousine herangezogen werden und zu Hausarbeiten.

So die vagen Randnotizen eines 12-jährigen heftigen Lebens und hier in sehr verkürzter Form dargestellt.

 

Ob die Kleine es im Leben schafft? Keine Ahnung, ich würde es ihr jedenfalls sehr wünschen.

Ich weiß, dass diese 30 Minuten Hundetreffen an ihrer Situation nichts verändern. Rein gar nichts verändern.

Aber ich weiß, dass das kleine Rehauge in dieser halben Stunde einfach glücklich war und an nichts Schreckliches gedacht hat.

Das alleine war mein persönlicher Sonnenstrahl an diesem Osterwochenende.

 

//

 

3 Konzerte in einem Monat. 3, wie sie hätten nicht unterschiedlicher sein können.

Das kleinste von den dreien schafft es, dass es mich mitnimmt.

Während der Boden klebt, der Laden brechend voll ist und ich eine Bierdusche nach der anderen abbekomme sehe ich das, was ich so schmerzlich bei den anderen Bands vermisst habe.

Leidenschaft.

Und diese reißt mich an diesem Abend mit. Mit Gänsehaut. Mit einem Lächeln.

 

Frank Carter and the Rattlesnakes

Loss

 

I lost my family, I lost my friends
I lost my money and my sense
I lost faith and I lost hope
All the things I built, I went and broke
I lost my self, I lost my mind
I lost my patience and I don’t know why

My dignity, integrity, my way of acting sensibly
My rationale and peace, I lost my silence and my sleep

Yeah we’ve all lost someone
Yeah they’re gone for good
Yeah it’s fucking lonely
And yeah we all die too
Yeah it’s fucking lonely
And yeah we all die too
I lost my reason, and I lost my rhyme
I lost the season and the time
I lost the morning and I lost the day
I watched my nights all slip away
I lost my lover, I lost my wife
I lost the purpose of my whole life

My dignity, integrity, my way of acting sensibly
My rationale and peace, I lost my silence and my sleep

Yeah we’ve all lost someone
Yeah they’re gone for good
Yeah it’s fucking lonely
And yeah we all die too
Yeah it’s fucking lonely
And yeah we all die too
Yeah it’s fucking lonely
And yeah we all die too

I lost my lover, I lost my wife
I lost the purpose of my whole life

My dignity, integrity, my way of acting sensibly
My rationale and peace, I lost my silence and my sleep

Yeah we’ve all lost someone
Yeah they’re gone for good
Yeah it’s fucking lonely
And yeah we all die too
Yeah it’s fucking lonely
Yeah it’s fucking lonely
Yeah it’s fucking lonely
Yeah it’s fucking lonely
Yeah it’s fucking lonely
Yeah it’s fucking lonely
Yeah we all die too

 

 

 

 

Menschenmüde

Seit zwei Wochen knüppelt mich ein Infekt böse nieder.

Ich habe das Haus quasi selten verlassen.

Dazwischen Entenbesuch und zwei Konzerte erlebt, die mein Gehirn nur so halb mitgeschnitten hat.

So sehr der Lagerkoller auch naht, so sehr schwingt seit einiger Zeit ein Grundgefühl mit. Ich bin menschenmüde.

Und ich weiß wohl, wo es herkommt.

Wäre der Infekt nicht, würde ich das gut bewährte Schema fahren. Rausgehen, Balkon machen oder Lesen.

Aber da streikt der Körper leider sehr und so hocke ich auf meiner Couch und bin schon froh, wenn ich eine Waschmaschine am Tag an den Start bekomme.

Ich hoffe also, dass ich nächste Woche wieder fit genug bin, um in die Alltags-Routine zu kommen.

 

Aber zurück zum Grundgefühl.

Bevor mich der Infekt niederstreckte, gab s es da ein paar Situationen, wo ich mir dachte, warum ich mir das überhaupt noch antue.

 

Nummer 1:

Im Trägerverein wird ein neues System installiert. Da geht es um Freischaltungen von Fahrzeugen und Co.

Da ich ja kaum Auto fahre, habe ich mich in der Anfangsphase nicht freischalten lassen. Bis ich mal wieder im Verein saß und mit dem Zuständigen quatschte und uns dann beiden klar wurde, dass ich nicht nachgedachte habe. Denn ohne Freischaltung komme ich mal so überhaupt nicht INS Auto zwecks Bestückung, Reinigung, etc.

Ergo habe ich für das Staffel Auto auf dem kurzen Dienstweg die Freigabe erhalten.

Im Grunde genommen nur den Status hergestellt, den ich seit 6 Jahren habe. Zugriff, aber keine „echte“ Nutzung.

Etwas, wofür ich ALLE Voraussetzungen erfülle (Stellung, Führerschein, Notwendigkeit)

Ich kam nicht mal dazu, das so der Teuersten zu erklären, als sie schon anrief und mir klar machte, dass sie das so nicht wolle.

Weil sie sich übergangen fühlte und das mit dem kurzen Dienstweg ja gar nicht ginge und überhaupt, weil ich ja keine Fahrpraxis habe.

Ich habe ihr meinen Standpunkt klar gemacht und nochmal erklärt, dass ich im Grunde ja NICHTS ändere, sondern nur den Status quo halte.

Nope. Ihr Silo-Denken klinkte sich sein und sie forderte mich auf, die Freischaltung rückgängig zu machen.

Okay dachte ich mir da, wenn sie einen Grabenkampf will, bekommt sie denn.

Also gesagt, getan und ihrem Wunsch entsprochen.

ABER die Cassandra wäre nicht die Cassandra, wenn sie so einfach klein beigeben würde.

Im Gegenzug habe ich die Teuerste nun aufgefordert, mich von sämtlichen Einsatzlisten und Co. zu nehmen, denn ohne Zugriff auf das Auto, macht all das für mich keinen Sinn.

Das Ganze lief innerhalb von 2 Tagen ab.

Und siehe da, plötzlich ruderte sie zurück. So eine Freischaltung sei ja notwendig für mich, ohne ginge es ja nicht.

Tja, aber nun ist es so, dass der Trägerverein sagt, so ein Hin und Her macht er nicht mit, es bleibt bei der Nichtfreischaltung. Darüber ist die Teuerste nun gar nicht glücklich und versucht alles daran zu setzen, mich wieder innerhalb des Trägervereins in meine alte Position zu ziehen.

Und ich? Ich lache so sehr. Ehrlich.

Klar hatte sie mit ein paar Dingen Recht, aber im Grunde ist es jetzt so, dass wir es machen sollen wie gehabt und es schon immer war.

Tja Pech. Der Zug ist nun abgefahren.

Als diese unnötige Diskussion losging machte es innerlich klick bei mir.

Ich habe daraus etwas mitgenommen. Das war ihr dritter Strike mir gegenüber und im Sommer ziehe ich hieraus meine Konsequenzen.

Noch soll sie in Ruhe ihre Hochzeit planen und durchziehen und dann gehe ich mit ihr ins Gespräch. Meine Amtszeit als Stellvertretung werde ich nicht bis zum Schluss durchziehen.

Die Dinge, die ich innerhalb der Staffel gehändert haben wollte, habe ich geändert. Wir sind wieder auf einem guten Kurs. Somit ist meine Arbeit mehr als getan und damit ist es gut.  =))

 

Nummer 2

Beim Global Player war ich letztens für die Planung und Organisation einer Veranstaltung betraut.

An sich kein Thema und übersichtlich bei 25 Personen und nur einem Veranstaltungstag.

Dazu habe ich eine Liste im allgemeinen System angelegt und das mit der Ober-Chefin besprochen.

In der Endphase habe ich meine Liste nochmal gecheckt und gesehen, dass ein paar Personen noch fehlen.

Fix die Ober-Chefin angerufen und erfahren, dass sie in einem anderen System einen eigenen Vorgang angelegt, mir davon keine Mitteilung gemacht hatte und die Liste längst vollständig war.

Daraufhin sage ich zu ihr, dass das kein Problem sei, dann vervollständige ich meine Liste und warte darauf, dass sie (wie gewünscht und besprochen) die Listen an das Hotel gibt.

Was kam dabei raus?

Sie rief meinen Neu-Chef an, welcher lachend zu mir ins Büro kam und mir mitteilte, die Ober-Chefin wollte anmerken, dass Assistentinnen ihr keine Arbeitsaufträge zu erteilen hätten.

Echt, ich saß da, als wäre ich vom Pferd getreten worden.

Die Burn-Out-Kollegin sprang mir bei und meinte, sie hätte mich telefonieren hören und DAS hätte ich nie gesagt.

Der Neu-Chef winkte nur ab, weil das wohl das übliche Vorgehen der Ober-Chefin sei.

WTF?! O___o

Ich mache meinen Job und werde dafür angegangen?

Ehrlich, auch hier gilt: meine Konsequenzen werde ich daraus ziehen. Arbeiten auf Aufforderung und kein selbstständiges Mitdenken und Nachfragen mehr. 7 von 24 Monaten haben ich schon rum und rücke somit meinem Lebenslaufziel immer näher. Mehr muss nicht.

 

Nummer 3

Das ist eher eine Begebenheit, die mich am gesunden Menschenverstand zweifeln lässt.

Beim Bäcker vor mir eine Mutter mit ihrem 5-jährigen Sohn an der Hand. Die Mutter lässt die Hand wirklich nie, NIE los. Weder beim Geld rauszählen, noch beim Einpacken der Sachen. Aber das nur vorweg.

Bei der Bestellung fing das schon an. Sie fragte ihr Kind, was er haben will. Der Junge sagt klar und deutlich, dass er eine Breze zum Frühstück möchte.

Daraufhin die Mutter: „Ich bestelle zwei Vanille Krapfen. Wenn du ihn nicht willst, isst ihn der Papa bestimmt.“

Kind: „Ich möchte keinen Krapfen. Ich möchte bitte eine Breze haben.“

Mutter: „Nein, ich nehme jetzt zwei Krapfen mit. Der wird dir bestimmt schmecken.“

WARUM macht man so etwas? Verstehe nur ich die Logik nicht dahinter? Oder bin ich da zu doof für? O__o

Mit meinen Höllenkindern muss ich öfters mal diskutieren, dass sie sich das Süßzeug nicht heimlich zwischen die Backen schieben, aber so?

Diese Mutter war einfach….seltsam!

 

 

Zurück zu den anderen zwei oben genannten Geschehnissen.

Mir hat es in den letzten Monaten / Jahren gut geholfen, die Sachen so anzugehen.

Ich schaue mir alles an. Höre mir gerne Kritik an, diskutiere auch gerne und stelle meine Position klar.

Wenn man keinen Mittelweg findet, sondern mehrfach in die gleiche Kerbe schlägt, sage ich irgendwann nichts mehr.

Nur die Konsequenz, die ziehe ich und dann ist es mir egal, wen oder wie sehr es trifft.

Warum soll ich mich für andere aufarbeiten, wenn nichts, so gar nichts dabei rumkommt?

Gut tut mir auch, wenn ich das Grundgefühl nicht ignoriere und sobald der Infekt weg ist,  mit den gewohnten Mitteln bekämpfe.

Aber Fakt ist, Menschen um rum brauche ich derzeit echt nicht.

 

//

Gerade so ein aktueller Ohrwurm, zu dem ich aber weder Text, noch Video finde.

Zumindest jetzt auf die Schnelle nicht.

 

Dead Daisies

Dead and Gone

Jobs füllen deine Brieftasche, Abenteuer füllen deine Seele

Der werte Herr Romeo wird den Titel kennen.   😉

Der Sog des täglichen Wahnsinns hat mich in den letzten Wochen arg wieder eingefangen.

Daher auch kaum eine Wortmeldung von mir.

 

Dennoch will ich ein paar Dinge festhalten.

Meinen Geburtstag habe ich wunderbar verbracht und ich wurde mehr als reichlich beschenkt.

Ich bin immer noch … naja…erschrocken darüber. Man muss mich wohl mögen  O___o

Highlight war auf jeden Fall der Fahrrad-Gutschein.

Das neue Fahrrad schlummert nun selig im Keller und wartet auf den Frühling.

Allein die Heimfahrt nach dem extrem schnellen Kauf war …umwerfend.

Gefühlt ein Stückchen Freiheit. Tatsächlich.

 

Auch sehr zauberhaft der Besuch beim Inder.

Sehr gutes Essen in einer sehr netten Runde genossen.

Beim Spaziergang nach Hause das erste Eis des Jahres in der Sonne verspeist.

Da laden sich die Akkus schnell wieder auf.

 

Was aber vor allem vor und nach meinem Geburtstag drum herum in meinem Kopf rumgeistert ist ein Gespräch mit dem Brösel-Rambo. Der Kunde von uns, den ich seit Jahren nur über das Telefon kenne und man sich aber wirklich gut versteht.

 

Ich gebe mal ein paar Gesprächsfetzen wieder:

Moi: „Guten Morgen. Ich wollte Ihnen zu einem weiteren Jahr Ihres körperlichen Verfalls gratulieren!“

BR: *atmet tief ein….lacht los* „Sie….Du… blöde Kuh! (=eigentlich hat er ein Dialektwort genommen)

oder

Moi: „In den nächsten Urlaub geht s nach Island. Die Schwiegermutter wünscht sich das.“

BR: „Mooooment! Sie sind verheiratet?! Warum? Wie lange schon?!“

Moi: „Dieses Jahr werden es zwei Jahre. Kommt davon, wenn man sich ewig bei mir nicht meldet!“

BR: „Sie wollen mir jetzt nicht sagen, dass ich seit zwei Jahren an einer verheirateten Frau rumsäge!“

Moi: „Bitte was? Sie sägen?! Jetzt geht s aber los. Selbst wenn, dann würden Sie mit Ihrem Charme alles zu Kleinholz verarbeiten!“

BR: „Cassandra…!  Echt….das muss ich jetzt verarbeiten! Das geht so nicht!“

oder

Moi: „Hm…Chef ist jetzt 72. Aber keine Sorge. Meine Jobbezeichnung ist gut nachgefragt.“

BR: „Sie wissen ja….. einen Job hätte ich immer für Sie. Sofern Sie sich jetzt trauen, mich mal nach 10 Jahren zu treffen. Sie sind ja jetzt sicher vor mir, SIE sind ja jetzt verheiratet.“

Moi: *lachend* „Sie… DAS hatte nie etwas mit Angst zu tun. SIE sind und bleiben ein Kunde von uns!“

BR: „Also Frau Cassandra….dann setzten wir uns mal zusammen!“

Wie gesagt, es sind Gesprächsfetzen, die es hier in kurzer Form gibt.

ABER das, was dahintersteht, bringt mich zum Nachdenken.

Die Firma des Brösel-Rambo ist ein Familienbetrieb. Kaum wechselnde personelle Besetzung. Die Bezahlung gut, aber bei weitem nicht so krass wie beim Global-Player. Fachlich hätte ich dort nichts verloren, nicht meine Welt.

Aber allein der Gedanke, dass es so ein Unternehmen gibt, es quasi schon immer in meiner Reichweite war und ist….der schmerzt.

Warum?

Weil er mir zeigt, wie unglücklich ich eigentlich beim Global-Player bin.

Weil es mir vor Augen führte, dass ich gerne ins alte Büro gehe, aber so ungern ins neue.

Klar geht keiner gerne arbeiten, Montage sind immer doof und ausschlafen wäre eh viel besser.

Aber geht ihr „gerne“ arbeiten?

Ich mach das im alten Büro.

Weil ich mich hier wohlfühle.

 

Beim Global-Player schwingt im Team ständig unterschwellig was mit.

Der Neu-Chef möchte neue Strukturen, sich aber nicht verändern und das frustriert das ganze Team.

Ich sehe das ja selbst.

Ich habe Dinge vorbereitet, die teilweise 2 Monate später erst rausgehen.

Ständig läuft man hinterher, ständig möchte jemand ne Sondernummer haben (z.B. Arbeiten auf unterschiedlichen Systemen), ständig ist alles immer nur im Stress und wirklich nie kann man eine Wochenplanung aufstellen, weil Termine hin und hergeschoben werden wie Lego-Steine.

 

Zwei Kolleginnen aus zwei unterschiedlichen Abteilungen haben gekündigt.

Eine mit den Worten: „HIER hält einen nur das sehr gute Gehalt, sonst nichts.“

Die andere mit den Worten: „Ich kam vom Regen in die Traufe. Nach 8 Monaten habe ich keinen Bock mehr auf die ganzen Mongo-Köpfe hier.“

 

Noch ein Beispiel gefällig? Eine neue Kollegin fing hier vor 4 Wochen oder so an. Sie ist meistens am Nachmittag alleine und klopfte irgendwann bei mir an.

Sie so: „Ich weiß, du bist eine andere Abteilung…aber kann ich dich was fragen? Kannst du mir kurz was im System erklären und helfen?“

Moi: „Klar. Ich speichere noch schnell ab und komme dann rüber, okay?“

Habe ich gemacht. 5 Minuten später stand ich dann an ihrem PC und wir haben das Zeug reingehackt.

Sie dann so: „Das ist so lieb von dir. Du bist ja wirklich gekommen. Das macht hier nicht jede.“

Das meine Lieben….hat mich gucken lassen wie ein Reh im Scheinwerferlicht.

Anderen helfen ist wohl beim Global-Player nicht gerne gesehen.

Ich versuche, täglich mein Mantra runter zu beten.

Mein Herz und meine Menschlichkeit gebe ich nicht auf und 6 von 24 Monaten für den Lebenslauf habe ich schon fast voll.

Das der Stand der Dinge.

 

Aber genug vom Job.

Privat ist auch einiges am Laufen.

Der Entenbesuch vom Februar wiederholt sich nächste Woche. Aus allen Ecken und Ländern kommen die Damen eingeflogen. Traditionen wollen gepflegt werden. *grins*

Nach Jahren der Abstinenz haben es meine Frau und ich endlich wieder geschafft, uns bei einem Tanzkurs anzumelden. Das tut gut.

Dem Hundemädchen geht es wieder richtig gut. Die Rücken-Problematik haben wir mega gut in den Griff bekommen und das erfreut mein Herz sondergleichen.

 

Ein bisschen auf die Bremse muss ich demnächst wieder gehen, was Vereinsarbeit, Babysitten und Co. angeht.

Die letzten Wochen waren dahingehend voll und ich merke, dass die Seuche immer mal wieder an mir kratzt.

Dennoch ist das Grundgefühl gerade ein sehr gutes und hält hoffentlich an.

Freak Alarm – The Second

Da denkt man sich, ja fast hofft man, dass so eine seltsame Woche rum ist und zack! schon stolpert man in die nächste.

Ich biete:

Die irre Anruferin.
Es klingelt an der Bürotür und schon stolpert sie in unseren Flur. Ohne Termin. Ohne Absprache.
Ohne zu fragen hält sie mir ihren angeblichen „Presseausweis“ unter die Nase.
Aber trotz Brille erkenne ich wohl den Unterschied zwischen Presseausweis und einer Visa-Karte 😉
Wir diskutieren. Ein paar Minuten. Ich bleibe höflich, aber deutlich.
Und dann….. kommt meine Chefin ums Eck. Das ist einer dieser Momente, in dem man die jahrelange Zusammenarbeit einfach merkt. Weil keine Erklärung notwendig war, sondern sofort die Situation verstanden wurde.
„Sie haben Frau Cassandra doch gehört und JETZT gehen Sie!“, sprach die Chefin da und warf diese irre Anruferin quasi raus.
Ich arbeite knapp 10 Jahre im Alt-Büro und noch nie, wirklich noch nie hat meine Chefin jemanden rausgeworfen.
Nach diesem spontanen Auftritt der Dame war jedem klar, warum ich sie als Irre bezeichnet habe. Und ja, ich weiß, dass diese Frau Hilfe braucht. Aber eben nicht von mir.

Die Gießerin.
Dort wo ich wohne, befindet sich ein begrünter Hinter- / Innenhof. Über den kann man andere Straßen erreichen; da parkt unser Auto; da ist ein Spielplatz; etc.
Wir wohnen dort schon sehr sehr lange.
Man kennt uns dort. Uns und unser Hundemädchen. Aus positiven Gründen!
An diesem Tag waren wir unterwegs. Ich war vollgepackt und hatte alle Hände voll, es regnete und das Hundemädchen lief den Weg von knapp 20 Metern ohne Leine neben mir her.
Wir kommen an einem Fenster vorbei.
Eine mir unbekannte Frau gießt (!) ihr Fensterbrett. Im stetig fallendem Fitzelregen.
Und dann werde ich begrüßt mit den Worten: „Das hier ist kein Park!“
Ähm ja. Danke für die unnötige Info, aber das ist mir bekannt.
Sie gießt weiterhin ihr Fensterbrett und klärt mich über die Hausordnung auf alá „Leinen Sie Ihren Hund an!“ / „Sie dürfen hier nicht entlang laufen!“
Wir tauschen weiter – sie unfreundlich, ich immer noch freundlich – Informationen aus, bis es mir zu bunt wird (und ich zu nass, weil Regen) und ich sie einfach stehen lasse.
Mir ist ja schon in den letzten 2 Jahren aufgefallen, dass ich unsere Nachbarschaft arg zum Miesen verändert hat, aber das sollte in der Woche leider nur die Vorhut gewesen sein.

Die Missverstandene.
Das Wochenende kam und ging, derweil wir Besuch aus fernen Orten hatten.
Dieser Besuch saß lange mit uns zusammen und man unterhielt sich. Gegen 2 Uhr wollte man dann irgendwann doch ins Bett gehen.
Bis man plötzlich Schreie und anderen Lärm aus dem Flur hörte. Anfangs dachte ich noch, jemand sei die Treppen runtergefallen, aber nein, dem war ganz und gar nicht so.
Meine Frau und ich sind dann fix in Schlafklamotten die Treppen nach oben geeilt und fanden eine junge Frau vor, die heulend gegen eine Tür hämmerte.
Wer denkt, sie hätte sich ausgesperrt, auch der irrt. 😉
Entsetzte Gesichter blickten uns an, als diese besagte Tür sich öffnete. Eine völlig schlaftrunkene Familie starrt uns an.
Es dauert, bis wir aus der jungen Frau rauskriegen, dass sie ihr Ex-Freund nebenan (!) aus der Wohnung geworfen hat.
Ihr Geschrei und Gezeter wird immer lauter, sie ist völlig volltrunken.
Wir haben dann abgeklärt, ob sie hier in dem Haus überhaupt wohnt (tat sie nicht) und wie es mit ihr weitergehen soll.
Derweil habe ich beim Ex-Freund an der Tür geklingelt und was sagt mir der Mitbewohner völlig emotionslos? – „Brauchst du noch irgendwas? Ihre Jacke oder so? Polizei habe ich schon gerufen.“
„Ich würde gerne von IHNEN wissen, was hier eigentlich los ist?! Weil Schlaf nämlich verdammt schön wäre!!“
Als dann das Geschrei der jungen Frau wieder losging, haben wir sie nach unten, Richtung Hauseingang gebracht.
Da wollte sie dann bei uns bleiben und dass wir sie bitte in den Arm nehmen. Als ich beides verneint habe, wurde sie böse und fing wieder an zu schimpfen: „Ihr versteht mich auch nicht! Sag mir nicht, dass ich leise sein soll! Niiiiiiiiiiemand versteht mich!!“
Ich habe ihr dann deutlich gemacht, dass sie genau zwei Möglichkeiten hat.
Entweder ein Taxi / Freundin anrufen und sich abholen lassen oder hier auf die Polizei warten.
Die junge Frau hat sich für Letzteres entschieden.
Und so standen wir dann im Schlafanzug im Flur, eine kreischende Betrunkene und zwei Polizeibeamte, die lieber im Warmen geblieben wären.
Wäre mir das mit irgendwem passiert, hätte ich mich als Nachbar in Grund und Boden geschämt und wäre mich am nächsten Tag entschuldigen gegangen.
Aber pfffft. Weder der Ex-Freund noch irgendwer aus dieser WG tauchte hier auf.

Der Bestimmer.
Im Alt-Büro haben wir derzeit einen bestimmten Auftrag. Keine schöne Sache, aber manche Dinge sind, wie sie sind.
Jedenfalls rief vorhin der Lebenspartner einer der Beteiligten an. So gegen 11 Uhr morgens und lallte mir ins Telefon.
„Bin ich richtig bei Ihnen? Sie haben doch den Auftrag xyz, oder? Das, was Sie geschrieben haben stimmt nicht! Sie lügen! Sie ändern das sofort ab!“
Alkohol hin oder her, lesen hätte er das ganze Mal im nüchternen Zustand tun sollen.
Der Alt-Chef stand kopfschüttelnd neben mir und rief im Nachgang unseren Auftraggeber an.
Der meinte lachend: „Oh ja, das kennen wir. Das macht der bei uns auch immer. Wir legen mittlerweile nur noch den Hörer auf.“

 

 

So und nun finde ich, dass es genug Freaks und seltsame Menschen waren in dieser Woche.
Ein paar schöne, ja fast normale Dinge gab es nämlich auch noch.
Aber das dann gesondert.